Bevor
Sie sich einen Boston Terrier anschaffen
Grundsätzliche
Überlegungen zur Haltung von Hunden vor (!) der Anschaffung
Wer
sich einen Hund anschafft, darf nicht glauben, dass er sich eine Art Puppe
zulegt, die vorne frisst und hinten wedelt und ansonsten recht
pflegeleicht und anspruchslos ist.
Jeder, der sich einen Hund hält, muss sich vorher darüber im Klaren
sein, dass er Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, das ganz und
gar von ihm abhängig ist. Ein Lebewesen, das Aufmerksamkeit, Pflege, Fürsorge,
Opferbereitschaft und Geduld benötigt. Deshalb sollte sich jeder
Hundeliebhaber vor der Anschaffung folgende Fragen stellen:
Wer
nur eine Frage mit "nein" beantworten muss, sollte im Interesse
des Hundes besser auf eine Anschaffung verzichten. Hundehaltung bedeutet
immer auch einen großen Zeitaufwand, egal, wie alt der Hund ist. Dabei
gilt jedoch: Welpen und junge Hunde brauchen mehr Zeit als ältere,
ruhigere Tiere.
Grundsätzlich
kann ein Hund maximal fünf Stunden allein gelassen werden. Dies gilt nicht
für Welpen oder Tiere, die gerade erst ins Haus gekommen sind (Eingewöhnungsphase!).
Eine Berufstätigkeit, die mehr als diesen Zeitraum umfasst, schließt
eine verantwortungsbewusste Hundehaltung aus, wenn sich kein anderes
Familienmitglied oder ein geeigneter Hundesitter in dieser Zeit um den
Hund kümmern kann. Gerade weil Sie tierlieb sind, sollten Sie in diesem
Fall auf die Anschaffung eines Hundes verzichten.
Für einen Hund ist im Grunde "Platz in der kleinsten Hütte",
aber er braucht viel Zeit mit seinem Menschen, er braucht auch nicht
unbedingt ein Eigenheim mit großem Garten - obwohl er sich darüber natürlich
sehr freuen würde.
Er
braucht auch ausreichend Bewegung an frischer Luft, also lange Spaziergänge
bei jedem Wetter, und das mindestens dreimal am Tag. Welpen jedoch dürfen
vor dem Alter von fünf Monaten maximal 30 Minuten am Stück ausgeführt
werden. Welpen unter 12 Wochen maximal 15-20 Minuten, das allerdings
mehrmals täglich, denn der Knochen- und Gelenkaufbau ist noch nicht
abgeschlossen und kann sehr leicht gestört werden.
Eine
weitere Frage, die es vor der Anschaffung eines Hundes zu bedenken gilt:
Wer kümmert sich um das Tier, wenn Sie einmal erkranken sollten, für längere
Zeit ins Krankenhaus müssen oder auch nur in Urlaub fahren wollen und den
Hund nicht mitnehmen können? Hier empfiehlt es sich rechtzeitig, einen
Paten oder eine Patin für den Hund zu suchen, die bereit sind, im Notfall
einzuspringen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig im Freundeskreis, wer als
Pate in Frage käme, wer Lust hat, die Verantwortung zeitweise für ein
vierbeiniges Patenkind zu übernehmen. Auch ich bin jederzeit gern
bereit Ihren Hund bei mir zu betreuen.
Die
nächste wichtige Frage vor der Anschaffung eines Hundes lautet: Bin ich
in der Lage, mich konsequent zu verhalten? Kann ich einmal gesetzte Regeln
aufrechterhalten, bin ich willens, auf der Ausführung von Kommandos zu
bestehen, kann und will ich "Nein" zu treuen Hundeaugen sagen,
die mich "Kuchen bettelnd" ansehen? Oder neige ich eher dazu,
jetzt gerade nein, in fünf Minuten zu derselben Sache jedoch ja zu sagen?
Bin ich bereit, für den neuen Hausgenossen ein freundlicher, gerechter,
liebevoller, aber gleichzeitig auch konsequenter Führer zu sein? Das ist
das Mindeste, was unser Hund von uns erwartet, damit er uns respektieren
kann und sich bei uns sicher fühlt.
Konsequentes
Verhalten ist der Grundstein jedes Sicherheitsgefühles! Im Falle des
Hundes bedeutet das, dass er sich darauf verlassen kann, dass unser
"Nein" tatsächlich nein heißt und unser "Ja" tatsächlich
ja bedeutet, und zwar unabhängig vom Wetter, unserer Laune, seinem
Verhalten oder dem Fernsehprogramm.
Als
Letztes sollten Sie natürlich bedenken, dass Hundehaltung auch Geld
kostet. Neben der Grundausstattung Halsband oder Geschirr, Leine,
Spielzeug, Box oder Körbchen, Futter- und Wassernapf, kommen neben den
Futterkosten die jährlich wiederkehrenden Kosten für Schutzimpfung,
Steuermarke und Haftpflichtversicherung auf Sie zu.