Rüde oder Hündin
Nicht nur die Größe, die Rasse oder die Felllänge
ist eine der vielen Entscheidungen, die man treffen muss, wenn man sich
einen Hund anschaffen möchte.
Nun haben Sie sich für einen Boston Terrier
entschieden – aber auch die Wahl des Geschlechts sollte gründlich überlegt
werden.
Der Volksmund sagt, dass Hündinnen leichter zu
handhaben sind als Rüden. Sie seien anhänglicher, gelehriger, wollen
selten ihren Kopf durchsetzen. Ich kenne allerdings einige äußerst
dominante Hündinnen, die keinem Streit aus dem Wege gehen und Rüden, die
sich sehr friedfertig verhalten. Deswegen halte ich nichts davon, zu
pauschalisieren.
Es ist leider nicht möglich, grundlegende
charakterliche Unterschiede aufzulisten, die hundertprozentig
geschlechtsbezogen wären. Viele Eigenschaften sind bei Rüden und Hündinnen
verschieden stark ausgeprägt.
Im Allgemeinen gelten Rüden in ihrem Auftreten
bestimmter und selbstbewusster. Sie versuchen stärker ihren Rang im
Familienrudel zu bestimmen. Hündinnen hingegen haben den Ruf, dass sie
sanfter, familienbezogener und anhänglicher sind. Allerdings werden diese
geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Zwergpinscher durch seine
allgemein umgängliche und freundliche Art und leichte Erziehbarkeit
verwischt.
Im Verhalten zu anderen Hunden kommt es bei Rüden öfters
zu Rauferein, die allerdings meistens glimpflich ausgehen. Kommt es bei
den weiblichen Vertretern zu Meinungsverschiedenheiten, sieht die
Situation schon anders aus und kann oftmals böse enden. Obwohl man auch
hier nicht pauschalisieren kann, meistens sind die Halter selbst es, die
eine normale Rauferei durch ihr Eingreifen noch dramatischer enden lassen.
Manche Rüden haben einen sehr ausgeprägten
Geschlechtstrieb, sie markieren durch häufiges Beinheben ihr Territorium
und gehen auch gerne streunen, besonders dann, wenn läufige Hündinnen in
der Nähe sind.
Hündinnen
werden i. d. R. zweimal im Jahr läufig. Die Läufigkeit dauert 21 Tage
an. Der normale Verlauf einer Hitze sieht so aus: Zunächst beginnt die Hündin
in der näheren Umgebung Duftmarken abzusetzen, mit denen sie den Rüden
ihre nahende Hitze anzeigt. Diese Phase kann durchaus einen Monat vor der
eigentlichen Läufigkeit beginnen. Dann beginnen die Blutungen, zunächst
vielleicht etwas schwächer, dann stärker. In dieser Zeit besteht keine
Deckbereitschaft. Sie wird Rüden zwar anlocken, sie jedoch bei
Aufdringlichkeit abbeißen. Die Deckbereitschaft beginnt, wenn die
Blutungen nachlassen, die Vulva stark anschwillt, schließlich nur noch
wenig, fast klarer Ausfluss da ist. Nach der Deckbereitschaft nehmen die
Blutungen wieder zu.
Also:
Die Tatsache, dass eine Hündin vor dem Ende der 21 Tage aufhört zu
bluten, bedeutet nicht, dass die Hitze vorüber ist, sondern nur, dass
Paarungswilligkeit besteht. Die meisten Hündinnen halten sich während
ihrer Läufigkeit peinlich sauber und reinigen auch ihre Umgebung von
Blutflecken. Für die Dauer der gesamten Läufigkeit gilt: allergrößte
Vorsicht und absoluter Leinenzwang, damit kein ungewollter Deckakt
passiert! Stellen Sie außerdem sicher, dass kein Rüde aus der
Nachbarschaft in Ihren Garten eindringen kann, wenn die Hündin sich dort
aufhält.
Fazit
Bezüglich des Geschlechtes gibt es meines Erachtens weder eine richtige
noch falsche Wahl. Man muss halt mit den Konsequenzen des jeweiligen
Geschlechtes klarkommen. Wenn Sie Ihren Hund von Anfang an mit liebevoller
Konsequenz erziehen, sollte die Wahl ob Rüde oder Hündin keine Bedeutung
für das Zusammenleben mit Ihrem Hund haben.